Ein Thema, das immer wieder kommt und das man immer wieder beleuchten darf.
Weil es beweglich ist.
Wir alle leben in Beziehung.
Beziehungen sind nicht selbstverständlich.
Und sie sind wohl immer mit Emotionen verbunden. Natürlich. Weil das Herz beteiligt ist.
Nicht nur in Liebesbeziehungen, Geschwister- oder ElternKindbeziehungen . Auch in Freundesbeziehungen.
Immer dann, wenn Menschen in deinem Feld sind. Du fühlst mit ihnen, sie fühlen mit dir. Gute Zeiten, Vertrauen, Trigger, Respekt, Achtung und ja…lachen, weinen, anlehnen. Stark und schwach sein. Und bestenfalls überhaupt Sein und ohne Konkurrenz und möglichst ehrlich. So wie du bist und in diesem Sein angenommen werden.
Wir gehen Beziehungen ein, öffnen uns dafür. Das ist mutig. Immer. Denn so stellen wir uns im Grunde so vielen Themen und Emotionen. Wir öffnen unser Herz, ja unser ganzes System. In und mit unseren Beziehungen durchwandern wir viele Felder...lichte Höhen und tiefste Täler.
Wenn wir wollen, lernen so viel über uns selbst in unseren Beziehungen und wie wir mit ihnen umgehen.
Menschen kommen in dein Leben, manche bleiben für sehr lange Zeit oder für immer.
Manche erobern dein Herz im Sturm - andere wiederum schleichen sich auf wundersame Weise ein. Manche sind dir räumlich und emotional nah. Manche sind weit entfernt und dennoch immer mit dir und du mit ihnen.
Es kann sein, dass sie dir manchmal schmerzlich fehlen.
Und manche Menschen entfernen sich aus deinem Feld. Abrupt oder schleichend.
Weil es so sein will. Weil ihr nicht mehr zueinander passt. Oder weil einer eine Entscheidung getroffen hat. Das kann befreiend sein. Aber meist geht man durch ein Schmerzfeld des Verlassens oder Verlassenwerdens. Dennoch ist es notwendig, freizugeben. Nichts kann gehalten werden, das nicht (mehr) sein will oder kann. Dem gegenseitigen Wohl nicht mehr dienlich ist.Ja, Beziehungen dürfen in Liebe auch geprüft werden.
Und mit wieder anderen bist du auf seelischer Ebene verbunden. Eine Ebene, die mit dem Verstand nicht fassbar ist. Und dennoch seid ihr verbunden, durch Raum und Zeit. Was für eine Kostbarkeit.
Freundschaften und Beziehungen haben so viele Facetten. So viele Besonderheiten. So viele Eigenheiten.
Es ist Respekt notwendig. Achtsamkeit und Innenschau. Denn wir alle haben unsere eigenen Muster.
Ich hab dieser Tage, eigentlich Wochen und übers Jahr viel über Beziehungen, Freundschaften und Begegnungen nachgedacht. Natürlich auch über meine eigenen.
Und Rückschau gehalten.
Menschen kamen, Menschen gingen. Manche haben mein Feld verlassen und manche habe ich freigegeben.
Manche sind viel näher gerückt und manche sind da, um zu bleiben. Echt zu bleiben.
Wer mich kennt, weiß, dass mein Feuer für mein Rudel brennt. Für die, dir mir lieb, ja heilig sind. Die, die ihren Platz in meinem Herzen haben und auch wollen. Ganz gleich, wie nah im Alltag oder ob es eine Seelenbegegnung ist.
Ich habe viel darüber gelernt in diesem Jahr. Über Abschiede, Übergänge, Trennung. Aber auch über den Platz im Kreis. Das Angenommen sein. Über echtes Miteinander. Im gegenseitigen Ausgleich.
Ich habe gewonnen und verloren. Ich hab erfahren, wer mir nah ist, wer gekommen ist, um zu bleiben. Wer gibt sein echtes JA. In allen Phasen. Und wem gebe ich mein Ja.
Warum ich das schreibe…Beziehungen sind nicht selbstverständlich. Sie sind besonders. Jeder Moment. Oft schätzen wir das zu wenig. Sprechen es nicht aus, lassen es nicht spürbar werden, wie wertvoll uns das Gegenüber ist. Und manchmal, ja manchmal ist uns auch nicht klar, wie wertvoll WIR selber für jemand sind.
…und es geht gar nicht darum, immer alles richtig zu machen, immer da zu sein. Sondern um das das Wohlmeinen, die Achtung. Und das Erinnern, sich um diejenigen zu kümmern, die einem wirklich wichtig sind. Sich dafür Zeit nehmen. Hier die Energie fließen zu lassen.
Ich mache kein Geheimnis daraus, wer mir wichtig ist. Ich spreche darüber. Und ich meine auch, es ist spürbar. Ich kann es ja auch gar nicht verbergen. Das kann man mögen, oder auch nicht.
Es sind die Frauen in meinem Feld, die mir so nah sind. Der Kreis an Frauen, der für mich einsteht und ich für sie. Wir lernen aneinander, wachsen aneinander und miteinander. Sind da. An dieser Stelle - ich bin unendlich dankbar für euch. Für das gegenseitige Vertrauen. Sich fallen lassen können. Ich mich bei ihnen und sie sich bei mir. Es ist im Fluss. Dankbar für die Menschen, die an meinem Leben teilhaben mögen und die mich in ihrem haben wollen. Freundschaft eben. Das ist ein Geschenk. Meine Freundinnen...Wegbegleiterinnen...Seelengefährtinnen. Ja, wir gehen Wege gemeinsam. Nebeneinander. Miteinander. Füreinander. Wir gehen...für uns. Und auch dafür, um etwas zu bewegen. Was für einen Segen.
Was ich nicht so oft und so klar formuliere, ist die Wertschätzung gegenüber den Männern in meinem Feld. Mein Mann, mein Sohn und die Freundschaft zu den Männern in meinem Feld.
Mein eigener Mann, der meinen Raum hält. Mich hält. Und vorallem in diesem Jahr so oft meinen Rücken gestärkt hat. In so vielen Belangen. Gestärkt in meiner Arbeit - gehalten, wenn ich schmerzhafte Themen verarbeitet habe. Er hat gewartet und ausgehalten, als ich mich etappenweise gehäutet und neugeboren hab.
…und da ist noch mein Sohn, der im Übergang zum Teenager ist. Mit seinen wundervollen Weisheiten. Er lehrt mich so viel.
…und dann gibt es noch die anderen…die Freunde. Es sind die Männer, die mich mit ihren interessierten Fragen inspirieren. Die mir die Welt durch ihre Augen zeigen. Die mich daran erinnern, wie wertvoll alle Sichtweisen sind. Die zuhören. Um Rat bitten. Mir vertrauensvoll ihr Herz ausschütten. Die auch ihr System öffnen für ein gegenseitiges spüren. Ich erinnere mich an wundervolle, respektvolle Gespräche. Männer, die es aushalten, wenn ich über Weiblichkeit spreche und sich dafür interessieren. Selbst wenn die Ansichten andere sind. Ich habe die Anerkennung, den Respekt mir gegenüber gesehen. Den flüchtigen Gedanken beim Einkaufen. Das mitfiebern in speziellen Situationen. Das aussprechen der Freude über mich und unsere Freundschaft. Die männlichen Sichtweisen, die auch mich oft weiterbringen. Die Kraft und die Größe, wenn sie mir fehlt. Danke für all das.
Es gab tröstende Umarmungen, wenn ich traurig war.
Ja, ich habe verloren…meinen Bruder, den ich sehr geliebt habe. Er ist gegangen. Aus meinem Feld. Nicht verstorben, aber gegangen. Es war und ist manchmal immer wieder schmerzhaft. Niemand kann ihn ersetzen. Oder die Zeit, die wir vor Jahren hatten. Aber es gibt die Männer in meinem Leben, die sich den Schmerz anhören. Die mir das Gefühl geben, mich zu lieben, wie eine Schwester. Die Verständnis haben, auch wenn ich mich wiederhole.
…und ja, gerade merke ich, wie einfach es ist, den Freundinnen zu sagen, wie sehr man sie liebt. Und wie verhalten das den Männern gegenüber ist. Auch den Männern in meinem Leben.
Das möcht ich heute ganz offiziell ausgleichen und aussprechen.
Ich seh euch, eure Gesten, ich nehm euch wahr. Ich schätze euch. Ich respektiere und achte euch. Genau so wie meine Frauenfreundschaften. Und ich danke euch von Herzen für eure Freundschaft und euer einstehen. Für eure Blickwinkel. Für euer männliches Sein und euren Anteil an meinem Leben.
…und jetzt geh ich natürlich davon aus, dass sich genau die richtigen Menschen - angesprochen fühlen.
Man mag oft meinen, es wäre nicht so wichtig, das den Männern zu sagen. Es wäre IHNEN nicht wichtig. Vielleicht fällt es gar unter Gefühlsdusselei...Gewöhnt sind wir es vielleicht auch noch nicht so, dass man das ausspricht. Aber ganz ehrlich, ich glaub, das ist etwas ganz Altes. Vielleicht ist es an der Zeit, dass sich dieses Feld auflöst...Denn, haben es nicht auch die Männer verdient, zu hören, wofür wir sie wirklich schätzen? Nicht nur für ihre Manneskraft. Für ihre Muskelstärke. Sondern auch dafür, wo sie im Grunde still und leise wirken. Ohne, dass es wirklich sichtbar ist.
Ihr Lieben, mit diesen Zeilen möcht ich mich zum einen wirklich bedanken bei den wundervollen Menschen in meinem Leben. Meiner Familie und den Menschen, die Teil meiner Seelenfamilie sind. Für die Erfahrungen, die Erkenntnisse, die gemeinsamen Zeiten - all das, was das Leben so wundervoll und abwechslungsreich macht. Fürs Bleiben und fürs Gehen.
...und zum anderen möcht ich ein bisschen aufmerksam machen...
...und so dürfen wir wohl immer wieder unsere Beziehungen prüfen...und auch unser eigenes Verhalten in diesen Beziehungen.
Von Herzen,
Sandra
